Musik nur auf die jeweiligen Künstler und Musiker zu beschränken ist bei weitem nicht das, was ich mir vorstellen kann. Verstehen Sie mich dabei aber nicht falsch! Ich bewundere Menschen, die sich für einen Musiker oder eine Band begeistern lassen und diesen dann ein Leben lang folgen, egal wohin dieser sich bewegt, solange diese Leute dann auch mir persönlich überlassen, musikalischen Strömungen öffentlich eine klare Absage zu erteilen, auch wenn es ihnen im Herzen tief trifft. Viel zu sehr wird durch die Musikindustrie in den letzten Jahrzehnten versucht, aus allem Gold zu machen, was sie in die Finger kriegen. Dabei geht dann auch schon einmal die Qualität so in den Keller, dass einem Angst und Bange werden kann.

Bestes Beispiel diesbezüglich ist aus meiner Sicht das deutsche Kinderlied „Schnappi“ was sich 2005 zu einem Millionenhit etablieren konnte. Sicher sind hier auch die Konsumenten, die diesem dann bereitwillig folgen, mit beteiligt daran, dass die Musikindustrie diesem Trend ein Denkmal setzen möchte. Musik und Geld, das gehört einfach zusammen und ist voneinander abhängig. Keine Plattenfirma würde überleben, wenn diese die geschäftlichen Gebärden völlig über Bord werfen würde. Trotzdem habe ich manchmal den Eindruck, dass die Musikindustrie in der heutigen Zeit nicht immer die nötige Geduld hat, um einem Musiker den nötigen Platz zur Entwicklung zu geben. Wo sind die Zeiten hin, wo ein Westernhagen 4 Flops hintereinander produzieren konnte, bis er mit „Lass uns Leben“ und „Westernhagen“ richtig durchstartet.

Mit Sicherheit gibt es so etwas auch noch heute! Nur müssen die Musiker sich bis dato schon einen Namen gemacht haben. Ob nun Peter Maffay‘s Tabaluga Geschichten, die mir persönlich nicht liegen und bei denen es von den 5 Alben gerade einmal 2 an die Spitze der deutschen Charts schafften, oder einige der anderen Versuche, sich aus dem gewohnten Steckbrief eines Musikers oder einer Band zu verabschieden, um sich auf eine ungewöhnliche Reise zu begeben. Hier hat die Musikindustrie doch noch gehörig nachholbedarf. Lieber einmal mehr die Musik fördern und ein wenig mehr Risikobereitschaft in einer Investition eines Musikers oder einer Band zeigen - das wäre der gerechte Ausgleich zu den vielen kurzzeitigen Casting - Erfolgs - Geschichten, die ein Überleben der Musikindustrie in der heutigen Zeit unter Garantie sichern.


Ein solches Vorgehen würde die Musiklandschaft um ein vielfaches bereichern, auch wenn nicht immer voraus abzusehen ist, ob so eine Geschichte erfolgreich sein würde. Bestes Beispiel ist die Kooperation zwischen Lou Reed und Metallica, die bei einem Großteil der Metalfans komplett durchgefällt und gehörig verrissen wurde. Trotzdem gab es auch hier Leute, die mit dieser Geschichte etwas anfangen konnten. Ganz zu schweigen von den Protagonisten selbst, die sich bei diesem Projekt verwirklicht und ihren musikalischen Traum ausleben durften.

Mich lässt es zumindest aufhorchen, wenn es Musiker und Bands gibt, die bereit sind, sich von dem eintönigen Abliefern von Studioalben zu entfernen und versuchen, eine eigene Geschichte zu schreiben, die ihre musikalische Biographie um ein vielfaches aufwertet, auch wenn diese Geschichten von der Mehrheit der Musikfans teilweise unbeachtet bleibt. Zu den gelungenen Geschichten gehören aus meiner Sicht:

Atrocity - Werk 80

Die Death Metal Combo um den Produzenten Alexander Krull schnappt sich einige der Hits aus den 80ern des letzten Jahrtausends und lassen sie im Metalgewand wieder auferstehen... mehr lesen

Within Temptation - The Unforgiving

Mit diesem Projekt gehen Within Temptation neu Wege. Eine Comic Geschichte und ein dazugehöriges Album gleichzeitig zu produzieren - das ist die Geschichte um die Geschichte von „The Unforgiving“ ... mehr lesen

Luca Turilli - The Virtual Odyssey Saga

„Rhapsody of Fire" - Gitarrist und Songschreiber Luca Turilli führt uns mit seiner Saga in drei unterschiedliche Epochen und beschreibt eine Geschichte im Kampf „Gut gegen Böse“ aus drei unterschiedlichen Blickwinkeln... mehr lesen

Ruf Records - Blues Caravan

Eine thüringische Plattenfirma aus Lindewerra kreiert ein Projekt, bei der sie unterschiedliche Musiker zusammen bringt, um diesen Musikstil ein wenig besser in der Öffentlichkeit zu platzieren... mehr lesen

Leslie Mandoki - Soulmates

In regelmäßigen Abständen scharrt Erfolgsproduzent Leslie Mandoki Weltstars um sich, um mit ihm gemeinsam eine musikalische Geschichte zu produzieren, die sich weitab vom Mainstream platzieren kann... mehr lesen

Peter Maffay - Begegnungen

Das ist für mich der Meisterbrief von Peter Maffay! Kein anderes Projekt kann mich so überzeugen, wie dieses Aufeinandertreffen von unterschiedlichen Kulturen, Religionen und weltanschaulichen Ansichten, die sich auf der Bühne zu einer Einheit musikalisch verbinden lässt. Hier zeigt Peter Maffay der gesamten Welt, dass Musik spielend Grenzen überwinden kann, ohne dass sie zu einem Klischee werden muss... mehr lesen

Navigationsbutton

Navigationsbutton
Navigationsbutton