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Nun
taucht in meinen
Plattenempfehlungen ein Unbekannter auf, den sicherlich die wenigsten
von Ihnen auf ihrer Rechnung haben werden, obwohl sie bestimmt schon
einmal einen Song aus der Feder dieses amerikanischen Musiker
gehört haben. J.J. Cale gehört zu den meistgecoverten
Musiker auf unserem blauen Planeten, der sich einen Dreck um seinen
öffentlichen Ruhm schert. Ihm schien es laut Pressemeldungen
sogar recht zu sein, dass Musiker, die sich Songs von Cale ausgeliehen
haben, den weit aus größeren Ruhm verzeichnen
können, als er selbst. Nach seinen ersten
Veröffentlichungen soll Cale sich in der Richtung
geäußert haben, dass sie ihm das Geld für
die Songs schicken und ihn sonst in Ruhe lassen sollen. So steht es
zumindest auf einem sehr interessanten Musikportal Namens
„Laut.de“
Ganz
abfällig ist dieser Gedanke bei Cale nicht, da er sich
von je her aus dem Rampenlicht der öffentlichen Medien heraus
hält, was ihm bei mir sogar ein wenig sympathisch macht.
Lässt er doch seine Kompositionen sprechen und alles andere in
seiner privaten Atmosphäre. Da können sich sicherlich
einige eine Scheibe abschneiden. Was interessiert es mich, ob sich ein
A oder Z Musiker beim Heimwerken in den Finger geschnitten hat! Das
macht die Musik dann auch nicht besser...
Trotzdem
genießt Cale eine uneingeschränkten guten
Ruf unter seinen Musikerkollegen und die Liste der Musiker ist verdammt
lang, wenn es um Coverversionen von Cale geht. Darunter sind solche
Namen wie: The
Allman
Brothers
Band;
Johnny
Cash;
Deep
Purple;
Bryan
Ferry;
Kansas;
Lynyrd
Skynyrd;
John
Mayall;
Nazareth;
ZZ
Top;
und Carlos
Santana
gehören. Mit Eric
Clapton
kann
Cale sogar weltweite Erfolge feiern. Stammen „Cocain“
und „After
Midnight“
doch ebenfalls aus Cales Feder.
„Anyway the
wind blows: the antology“ enthält 50
Cale Songs von 1971 bis 1997, die einem 150 Minuten lang in die
musikalische Welt des J.J. Cale entführen. Sicher eine Welt
die keinen massentauglichen Musikschrott hervorgebracht hat, sondern
sehr viel wert auf handgemachte Musik legt, die wie aus einem anderen
Zeitalter stammen mögen. Cales Musik wird in der Regel der
Rockmusik zugeschrieben, auch wenn sie für meine Begriffe dort
nicht wirklich hineinpassen sollte. Dafür sind die Tracks
allesamt doch recht ruhig und unspektakulär. Im Gegensatz dazu
strahlen die Songs einen Charakter aus, der so mancher Hitnummer aus
den Charts fehlen sollte. Cale hat eine Art seine Musik zu
interpretieren, die anders ist, die sich näher an seinem
zurückgezogenen und ruhigen Wesen orientieren, wodurch die
Songs eine ganze Menge an Glaubwürdigkeit und Ehrlichkeit
ausstrahlen. Die 50 Songs zeigen einen Cale, der experimentierfreudig
sich durch die verschiedenen Stile der Musik schleicht und diesem
seinen eigenen Stempel aufdrückt. Ob Blues, Cajun, Latino bis
hin zu klassischem Rock - Cale vermischt alles zu einem
großen Ganzen und macht daraus einen echten Cale, der sehr
viel Wert auf perfektes Spiel seiner Instrumente legt, ohne dass sie
mit den neuzeitlichen Hilfsmitteln künstlich bearbeitet werden
müssen.
„Anyway the
wind blows: the antology“ bietet alles, was das
Herz begehrt. Ruhige und verspielte Harmonie, perfektionierter
Gitarrensound und eine Grundstimmung des guten alten mittleren Westen
Amerikas, dass einen in eine andere musikalische Welt
entführen kann, wenn man es bereitwillig zulässt. Um
so schöner, dass es auch in Deutschland noch Radiostationen
gibt, die solch einem grandiosen Musiker einen Platz in ihrem Programm
gewähren. Mein Haussender gehört dazu! „Anyway the wind blows: the
antology“ ist ein Geheimtipp meinerseits
für all diejenigen, die aus dem Hiteinerlei der heutigen Zeit
aussteigen möchten, um sich musikalischen neu
verführen zu lassen. J.J. Cale eignet sich hervorragend dazu... |
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