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Das Jahr
2011 - aus Jule ist Julia geworden und sonst gestaltet sich auch alles
„neigelneu“. So meint man zu glauben, wenn man die
ganzen Berichte zum aktuellen Werk von Julia Neigel sich anschaut.
Irgendwie scheint dieses ja nicht ganz von der Hand zu weisen zu sein.
Kaum zu glauben, dass ihr bislang einprägsamster Hit
„Schatten an der Wand“ in 2 Jahren sein
25jähriges Jubiläum feiert. Sieht man sie auf Bildern
oder im TV, dann hat sie sich kaum seit dieser Zeit verändert.
Genau so dynamisch, wie sie vor Jahren ihren
übergroßen Schatten in die deutschsprachige
Musiklandschaft gezeichnet hat, kommt sie nun wieder daher, auch wenn
seit ihrem letzten Studioalbum 13 Jahre ins Land gehen mussten, die sie
geprägt und sicher auch geformt haben. Von privaten und
beruflichen Schräglagen ist in den letzten Wochen in der
Presse zu lesen gewesen, die sie zu einem Schatten (in der
öffentlichen Wahrnehmung) ihrer selbst werden ließ.
Nun trumpft sie aber wieder auf und versucht an die Zeit vor 13 Jahren
nahtlos anzuknüpfen. Ob es ihr gelingt, dass entscheidet
selbst! Die Möglichkeiten sind mit dem neuen Silberling jedem
gegeben:
„Neigelneu“
- das ist der Beginn eines neuen Zeitalters, der altbewährtes
aus der Jule - Phase mit der Julia aus dem hier und jetzt verbindet.
Altbewährtes - damit meine ich tiefgründige Texte mit
verspielten Windungen, die den melancholischen oder Rock orientierten
Melodien Leben einhauchen. Damit meine ich eine Stimme, die man aus
Tausenden raushört und zuordnen kann. Damit meine ich Songs,
die die berühmten Schatten vielleicht nicht in denselbigen
stellen, aber die auf gleicher Augenhöhe agieren
können.
Diese Songs
spiegeln eine Julia wieder, die nicht an den letzten Jahren zerbrach,
die aber bereit zu zeigen ist, dass diese sie keineswegs
unberührt ließen. Man spürt, dass die Musik
einer der Rückhalte in ihrem Leben ist, die sie durch
schwierige Zeiten führen konnte. Das Album klingt wie
Befreiung und Neuanfang zugleich. Sie erzählt aus ihrem Leben
und lässt den Zuhörer bereitwillig teilhaben, streckt
die Arme weit nach ihren Fans aus und fordert den Zuhörer auf,
das selbige ihr gegenüber zu tun. Sie bringt in einer
kumpelhaften Art und Weise ihre Botschaften und Storys an den Musikfan,
ohne dass diese banal wirken. Nein Oberflächlichkeit, dass ist
nicht ihr Ding. Sie schreibt Texte und Songs mit ihrem neuen Team, die
nicht gleich auf Anhieb an der Überschrift erkennen lassen,
worum es in den einzelnen Songs geht. Oder würdet Ihr bei
„Drei Wünsche frei“ darauf
schließen, dass es sich hier um die Verneigung vor
der eigenen Mutter handelt? Ich zumindest nicht!
Womit ich
den Einstieg in die Songs auf „Neigelneu“ riskieren
möchte. „Drei Wünsche frei“
sticht aber richtig aus dem Album heraus und entwickelt sich bei mir zu
einem der schönsten Songs. Ich glaub jeder, der kein Stein an
der Stelle seines Herzens in sich trägt, kann sehr viel mit
diesem Track anfangen und ihn nachvollziehen. Mit einer munteren Nummer
eröffnet Julia ihr „neigelneues“ Album.
„Wir sind frei“ steht für den Neuanfang,
den Julia vor einigen Monaten begonnen hat und der sie hoffentlich
wieder dorthin führen wird, wo sie meiner Meinung nach
hingehört. Sie singt von Sehnsüchten
(„Wärst Du bei mir“),
Enttäuschungen („ich fühls nicht
mehr“; “Wolln wir wetten“; “Es
kommt zurück“), neuen Freundschaftsangeboten
(„Freunde“), Aufbruchstimmung („Wer wagt
gewinnt“) oder Liebesbekundungen („Drei
Wünsche frei“; „Froh, dass es dich
gibt“) und zeigt den ganzen Facettenreichtum ihrer Stimme,
der von wütend - rockig über sinnlich - verliebt bis
verletzlich - melancholisch reicht.
„Neigelneu“
ist ein Album mit Charakter - mit einem starken Charakter, der den
Zuhörer musikalisch die kleinen 12 Geschichten durchleben
lässt. Es ist ein erster Fingerzeig, ein Achtungszeichen an
die Musikwelt: „Seht her, ich bin wieder da! - die
Julia“. Solide aufgestellt wird dieses Album der Grundstein
für das neue Gesicht der Julia Neigel werden, das im Endeffekt
gar nicht so neu wirkt. Es ist der richtige Einstieg, auf den Julia und
ihre neue Band aufbauen können, um in den nächsten
Jahren weiter durchzustarten. Daumen hoch!
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