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Am
06.Februar 2011 geistert eine Nachricht durch die Presse, die viele
Leute aus der Musikszene und Musikfans gleichermaßen
bestürzt haben sollte. Diese hatte so ziemlich den selben
Inhalt...
„...
"RIP", Ruhe in Frieden - so lautet die Bestätigung auf Gary
Moores offizieller Website. Der legendäre Gitarrist von Thin
Lizzy ist tot, gestorben in Spanien - im Alter von 58
Jahren...“ [Quelle: Spiegel Online]
6 Monate
später steht ein Album im Handel, was diesem
Ausnahmegitarristen aus Nordirland gewidmet ist. Ob dieses nun der
richtige Zeitpunkt ist, mag ich nicht entscheiden. Wann ist der
richtige Zeitpunkt? Ist es falsch, sich am Grab eines Freundes mit
seinen Songs zu verabschieden? Ist es falsch, wenn kurz nach dem
Ableben von der Plattenfirma eine Zusammenstellung der kreativsten
Phase eines Musikers im Handel erscheint? Ich werfe hier bestimmt nicht
den ersten Stein, genau so wenig werde ich mich als Moralapostel
aufspielen. Noch dazu, wenn mir mein Gefühl nach dem ersten
Hören des „Tribute to Gary More“ - Album
genau das Gegenteil empfinden lässt.
Dass, was
in den vergangenen Monaten im Neu Ulmer Studio 2 auferstanden ist, hat
sehr viel mit Leidenschaft und Respekt zu tun. Das fällt bei
diesem Silberling sofort ins Auge oder besser: ...schwingt sich durch
die Gehörwindungen. Der Heidenheimer Gitarrist Siggi Schwarz
(Michael Schenker, Chris Thompson, Chris Norman, Frank Diez) produziert
gemeinsam mit Romi Schickle (Keyboard) einen Nachruf auf einen
Weltklassemusker, der sowohl im Blues, als auch im Hard Rock seine
Spuren hinterlassen hat. Hierfür holen sie sich mit Neil
Murray (Bass) und Geoff Whitehorn (Gitarre) ehemalige Wegbegleiter und
Freunde Moor‘s an die Seite. Bodo Schopf (Drums) und Tom
Croèl (Vocals) komplettieren das Grundgefüge der
Band. Als Gäste wirken der Toto Gitarrist Steve Lukather und
Saxophonist Lee Mayall (Neffe von John Mayall) an dieser Produktion mit.
Das Album
„Sill
got the Blues - A Tribute to Gary Moore“ von Siggi Schwarz
& Friends kann man ruhig als Vermächtnis
und als Verneigung von Musikerkollegen gegenüber Gary Moore
ansehen. Ich empfinde es zumindest bei dieser Produktion so! Mit einem
Hang zur Perfektion lassen die Musiker den Geist von Gary, der uns
hoffentlich noch etliche Jahrzehnte auf unserem blauen Planeten, in
Form seiner musikalischen Hinterlassenschaft, erscheinen wird, wieder
auferstehen. Das ist für mich eine ehrliche Geschichte, die
ich allen Beteiligten so gern abkaufe. Hier spielen Kollegen, Freunde
und Verehrer vom Moor‘s musikalischem Zeugnis die Songs so
nah am Original, dass selbst Gary auf seiner weißen Wolke
eine kleine Träne verdrücken dürfte.
Wer mutig
genug ist, sollte sich „Still got the Blues“,
„Empty Rooms“, "Parisienner Walkway“,
„The Loner“ oder „John Boy“
anhören - dann werden Sie diesen mentalen Ausflug meiner
Gedanken nachvollziehen können. Bei diesen Songs, die allesamt
einen Teil des Album ausmachen, habe ich das Gefühl, dass Gary
noch einmal zu seinen treuesten Fans Kontakt aufnimmt, um sich bei
ihnen persönlich zu verabschieden. Dieses Feeling wird allein
über die wundervollen Klänge der Gitarren seiner
Kollegen erreicht. Das zeigt, was da für Könner am
Werk sind! Aber auch die anderen Songs aus der Rock- und Hard Rock
Phase können überzeugen. Nicht zuletzt durch die
stimmigen Windungen von Tom Croèl, dem man die nachgesagte
Ähnlichkeit in der Stimmlage zu Moore wirklich nicht
absprechen kann.
Im
Großen und Ganzen ist dieses Album eine würdige
Hommage an den Musiker Gary Moore, auch wenn die Songs nicht von Gary
selbst gespielt werden. Ich empfinde in dieser Art des Nachruf auf
einen verstorbenen Musiker einen menschlich gelungenen Umgang mit dem,
was Gary Moore zu Lebzeiten erschaffen hat. Gary‘s Stern ist
in den letzten Jahren vor seinem Ableben in der Öffentlichkeit
sicherlich ein wenig verblasst, trotzdem wird die Leuchtkraft in den
nächsten Jahrzehnten ausreichen, um sein Erbe unsterblich
werden zu lassen. Das Album „Still got the Blues - A Tribute
to Gary Moore“ von Siggi Schwarz & Friends ist
Zeugnis und Versprechen zugleich. Gut gemacht!
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